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Ohne Wandel sind wir erledigt

06.03.2019 von CA Redaktion | Unternehmensführung

„Es ist kein Naturgesetz, dass Daimler ewig besteht“ – erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar. Und schob gleich die Begründung hinterher: Das Unternehmen müsse sich verändern. Steter Wandel in der Automobilbranche, Konnektivität, autonomes Fahren, Vormarsch der Elektromotoren und das Wachstum von Mobilitäts-Sharing-Plattformen werden das Geschäft der Branche neu definieren. Daimler werde es zum Teil mit den aktuellen Wettbewerbern zu tun haben. „Und wir werden eine Reihe völlig neuer Wettbewerber haben. Deshalb: Wenn wir weiterhin nur das tun, was wir so gut gemacht haben, sind wir erledigt“. Die aktuellen Konkurrenten wie BMW, Audi, VW usw. sind bestens bekannt. Wer aber sind die neuen Wettbewerber?

Vermutlich finden Sie jetzt Parallelen zu Ihrem eigenen Unternehmen und Ihrer Organisationseinheit: Der Wandel steht an bzw. Sie sind bereits mitten drin. Und Sie kennen Ihre aktuellen Wettbewerber sehr gut. Aber kennen Sie auch die Wettbewerber, mit denen Sie es in fünf bis zehn Jahren zu tun haben?

Michael E. Porter, Management-Vorreiter und Guru beschreibt in seinem Bestseller „Wettbewerbs-Strategie“ Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten. Sein 5-forces Modell listet die kritischen Konkurrenten auf: Neben den bereits bekannten Unternehmen innerhalb der Branche können die Wettbewerbsgrenzen komplett verschoben werden. Gefahr droht dann von den eigenen Lieferanten oder Kunden. Oder es treten Konkurrenten auf, die heute noch gar nicht bekannt sind bzw. eine völlige Substitution der bislang verkauften Produkte und Dienstleistungen bewirken. Zeitungen haben ihre Rubrikenmärkte an Plattformen verloren, die vorher keiner kannte. Die Bankenwelt ist durch die FinTecs durcheinandergeraten. Die Post baut Eletroscouter und wird damit zum Konkurrenten für die Automobilindustrie. Eine Hilfe zur Analyse der Wettbewerbssituation stellen auch die Elemente der PESTE-Gruppe dar: political, economical, social, tecnological, ecological.

Daimlers Ansatz, sich gerade auch mit den neuen, zukünftigen Wettbewerbern aus strategischer Sicht zu beschäftigen, lässt sich also gut mit Porters Modell beschreiben. Der Daimler-Chef verwies zudem darauf, wie sehr sich das Geschäft verändere, wenn ein Unternehmen mehrere Rollen in der Wertschöpfungskette erfülle. „In dieser Welt verschwimmen diese Grenzen. Sie sind Lieferant und Kunde. Und Sie sind Konkurrent und Kooperationspartner in einem“. So kooperieren Daimler und Microsoft beispielsweise bei IT-Diensten in der Cloud zur Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen.

Gilt das auch für Ihre Branche? Viele Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Über die Analyse der 7 forces werden Marktrisiken und -chancen nicht nur auf die aktuellen Wettbewerber bezogen, sondern man zwingt sich, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Es geht darum, wirkungsvolle Barrieren aufzubauen, um ein Übergreifen auch der weiteren Wettbewerbsgruppen verhindern zu können.

Wie geht man nun als Unternehmen oder als Organisationseinheit vor, um mittel- bis langfristig seine Überlebenschance noch weiter auszubauen? Die Antwort lautet „die strategische Kompetenz ausbauen, Grenzen und Lösungen neu denken und Geschäftsmodelle entwickeln“.

In unseren Seminaren in der Themenwelt „Unternehmensführung“ lernen Sie, dass es nicht nur das 5 Forces-Modell zur Wettbewerbsanalyse gibt. Sie haben mehrere Möglichkeiten, sich das Fachwissen und die methodischen Kompetenzen anzueignen. Je nach Ihrer Rolle und Ihrem Aufgabengebiet bieten sich an:

  • Im Modul 2 unserer CBL-Reihe (Controlling & Business Leadership) zu Strategie, Businessplanung, Projekte wenden wir uns an diejenigen, die das Gesamtbild erkennen und erlernen wollen. Hier erlernen Sie die Grundzüge einer Strategieentwicklung, deren Investitionsbeurteilung sowie die deren Umsetzung im Projektumfeld. Mit diesem Modul erhalten Sie in drei Tagen das Rüstzeug zur Erarbeitung eines Businessplans für eine Geschäftsidee oder einen neuen bzw. zu ändernden Geschäftszweig oder können Hintergründe und Logiken verstehen, u.a. um mit dem Controlling noch besser zusammen zu arbeiten.
  • Im Fachseminar Strategieentwicklung wenden wir uns an diejenigen, die die Methoden selbst anwenden wollen. Hier trainieren Sie, wie Sie in Ihrem Unternehmen die strategische Ausrichtung verbessern können. Sie lernen verschieden Wettbewerbsstrategien und Wettbewerbsanalysen kennen und erproben die Strategieentwicklung anhand mehrerer Fallstudien von Unternehmen aus verschiedenen Branchen.
  • Im Fachseminar Business Model Generation wenden wir uns an diejenigen, die neues Geschäft entwickeln wollen. Hier erfahren Sie einen Perspektivenwechsel und lernen die von z.B. Alexander Osterwalder und Yves Pigneur dokumentierten Methoden der Geschäftsmodellentwicklung und der Weiterentwicklung aktueller Geschäftsmodelle kennen. Sie erfahren, wie Sie Geschäftsmodelle von Grund auf neu entwickeln und in die Tat umsetzen oder alte Geschäftsmodelle aufpolieren können. Dabei bekommen Sie einen Einblick in die Werkzeuge zur Unterstützung, wie Lean Startup, Design Thinking, Change Management, Scaling Up.

Ein ergänzender Tipp: Das Seminar Kreativ querdenken. In diesem Kreativitätstraining erlernen und üben Sie anhand konkreter Themen aus dem Teilnehmerkreis Prinzipien der Kreativität sowie Kreativitätstechniken und Denkwerkzeuge der systematischen, kreativen Problemlösung. Nach dem Training verstehen Sie es, einen kreativen Problemlösungs-Prozess zu strukturieren und zu steuern.

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