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Wenn Planung an ihre Grenzen stößt

Warum Unternehmen jetzt neu denken müssen
Viele Unternehmen planen noch mit klassischen Planungsansätzen, die für eine stabile Welt entwickelt wurden. Volatile Märkte, globale Abhängigkeiten und steigende regulatorische Anforderungen bringen diese Ansätze jedoch an ihre Grenzen. Fragmentierte Datenquellen, manuelle Schnittstellen und isolierte Einzellösungen erschweren konsistente Analysen und verlängern die Planungszyklen. Gleichzeitig führen Dateninkonsistenzen zu begrenzter Transparenz und schmälern das Vertrauen in die Planungsergebnisse. Repetitive Tätigkeiten wie Datenaufbereitung und -abgleich binden zudem erhebliche Kapazitäten und lassen wenig Raum für wertschöpfende Analysen.
Vor diesem Hintergrund stellen viele Unternehmen, ihre Unternehmensplanung strategisch neu auf. Weg von einer isolierten, Excel-basierten Planung hin zu einer integrierten, datengetriebenen Lösung.
Welche Anforderungen stellen Unternehmen an die moderne Planung?
Moderne Planung muss vor allem integriert sein und die gesamte Wertschöpfungskette in einem durchgängigen Prozess abbilden – von Absatz und Produktion über Personal und Investitionen bis hin zur GuV-, Bilanz- und Cashflow-Planung.
Grundlage hierfür ist eine datengetriebene und konsistente Planung mit harmonisierten Informationen über alle Fachbereiche hinweg. Ziel ist eine einheitliche, verlässliche Datengrundlage als Basis für Steuerungsentscheidungen.
Zudem gewinnt die Fähigkeit, flexibel Szenarien zu analysieren und auf volatile Rahmenbedingungen zu reagieren, deutlich an Bedeutung. Ergänzt wird dies durch automatisierte Prozesse, die manuelle Aufwände reduzieren, sowie durch nutzerfreundliche Oberflächen und Self-Service-Funktionalitäten zur Unterstützung der Fachbereiche.
Wie kann man diese Anforderungen in der Praxis umsetzen?
Ein zentraler Ansatz zur Umsetzung dieser Anforderungen ist der Aufbau einer Business Data Fabric. Sie verbindet Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen, bereitet sie auf und stellt sie konsistent für Planung und Steuerung bereit. Technologische Basis ist eine integrierte Planungsplattform, häufig auf moderner Cloud-Technologie, ergänzt um eine semantische Datenebene und ein zentral gepflegtes Datenmodell. Daten aus operativen Quellsystemen werden integriert, transformiert und für die Planung nutzbar gemacht. Parallel dazu werden Planungsprozesse unternehmensweit harmonisiert und durch klar definierte Verantwortlichkeiten sowie workflowgestützte Abläufe unterstützt.
Der 5-Stufen-Plan als Orientierungsrahmen
Für den Aufbau einer Business Data Fabric spricht die SAP* von einem 5-Stufen-Plan:
- Datenaufnahme (Data Ingestion): Sicherstellung der einfachen Integration aller Daten, unabhängig von Struktur oder Quelle.
- Datenintegration: Transformation und Vereinheitlichung von Daten aus verschiedenen Quellen in ein konsistentes Format.
- Daten-Governance: Gewährleistung der Datenqualität, Datenschutz und Compliance durch effektive Governance-Mechanismen.
- Datenkatalogisierung: Erstellung eines Inventars von Datenressourcen und deren Metadaten, um eine zentrale Anlaufstelle für Datenkonsumenten zu bieten.
- Datenkonsum: Bereitstellung der richtigen Daten im passenden Format, zur richtigen Zeit und für die richtigen Nutzer.
*Quelle: SAP Business Unleashed Innovation Day
Die Einführung einer Business Data Fabric sollte dabei durch ein strukturiertes Change Management begleitet werden. Denn die Einbindung der Fachbereiche sowie die Etablierung einer klaren Daten- und Planungsgovernance sind zentrale Voraussetzungen, um Akzeptanz, Datenqualität und eine konsistente Nutzung der Planung sicherzustellen.
Kontext als Grundlage verlässlicher Planung
Ein Planungssystem kann Datenwerte verarbeiten, ohne deren Bedeutung zu kennen. Ohne Kontext ist jedoch nicht nachvollziehbar, woher ein Wert stammt, was er beschreibt, wie er berechnet wurde oder für welchen Bereich er gilt. Zahlen bleiben damit isoliert und nur eingeschränkt nutzbar. Damit Planung zuverlässig funktioniert, braucht sie qualitätsgesicherte Daten, klar definierte Datenmodelle, einheitliche betriebswirtschaftliche Definitionen sowie Metadaten und Semantik. Erst dieser Kontext macht Zahlen verständlich, vergleichbar und belastbar. Die Business Data Fabric stellt sicher, dass Daten nicht nur integriert, sondern auch semantisch angereichert bereitgestellt werden. Metadaten zu Herkunft, Bedeutung und Verwendungszweck werden systematisch mitgeführt, sodass kontextualisierte Datenprodukte entstehen, die nachvollziehbar und wiederverwendbar sind. Dies ist insbesondere für den Einsatz von KI relevant: Prognosemodelle liefern nur dann verlässliche Ergebnisse, wenn sie Daten korrekt interpretieren können – etwa in Bezug auf Zeitbezug, Region, Einheit oder enthaltene Annahmen. Fehlt dieser Kontext, können valide Daten zu Fehlsteuerung führen.
Fazit
Die Business Data Fabric ermöglicht eine konsistente, integrierte und agile Unternehmensplanung. Sie schafft die Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen und eine zukunftssichere Unternehmenssteuerung – insbesondere in einem Umfeld, das von Dynamik, Unsicherheit und steigenden Anforderungen an Transparenz geprägt ist.
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