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Verrechnungspreise Umfrage-Ergebnisse Teil 2: Mitarbeitererfahrung

09.10.2018 von CA Redaktion | Accounting & Finance

Während im ersten Teil der Ergebnis-Darstellung die Unternehmensgröße und Themenrelevanz im Vordergrund standen, zielt Teil 2 auf die Unterschiede zwischen Mitarbeitern mit “wenig” und Mitarbeitern mit “viel” Erfahrung zum Thema Verrechnungspreise und Transfer Pricing.

In der Studie gab es genauso viele Mitarbeiter die weniger als zehn Jahre Berufserfahrung hatten, wie es Mitarbeiter gab, die darüber lagen. In der Gruppe der besonders erfahrenen Mitarbeiter schätzten zwei Drittel ihr steuerliches Verrechnungspreis-Wissen als „solides Grundwissen” oder sogar “Expertenwissen“ ein. In der anderen Gruppe war es nur die Hälfte.

In beiden Gruppen bestand aber gleichermaßen ein hohes Interesse an der Erlangung weiteren steuerlichen Wissens. Ausgenommen davon waren die “internationale Streitbeilegung”, wie zum Beispiel Verständigungsverfahren, Schiedsverfahren oder Vorabverständigungsverfahren. Offensichtlich werden diese – korrekterweise – als alleinige Aufgabe der Steuerabteilung gesehen.

Die Gruppe der erfahreneren Mitarbeiter interessierte sich darüber hinaus nicht mehr für zusätzliches Wissen bei Warenlieferungen und Entsendungen. Als mögliche Erklärung kann man vermuten, dass Entsendungen überwiegend in der Personalabteilung angesiedelt sind und dass Warenlieferungen als besonders häufiger Praxis-Fall hinreichend gut bekannt sind. Entsprechend bestand hier bei Kollegen mit weniger Erfahrung sehr wohl größeres Interesse. Im Gegensatz zu ihren erfahreneren Kollegen interessierten sich diese aber nicht für spezifisches Länderwissen oder fortgeschrittene Themen wie den Bezug zum Internen Kontrollsystem (IKS).

Bei der Frage, in welchen Aspekten zur Unternehmenssteuerung mit Verrechnungspreisen (Interne Leistungsverrechnung; ILV) ein Bedarf an zusätzlichem fachlichen Wissen bestehe, ergab sich die interessante Antwort, dass in beiden Gruppen eine hohe Anzahl der Befragten an allen aufgeführten Themen interessiert war – mit Ausnahme der ILV. Das ist im Sinne der Frage ein direkter Widerspruch. Angesichts der Seminarerfahrung, dass in vielen Firmen lediglich Kosten umverteilt werden, könnte sich auch dafür eine sinnvolle Interpretation bieten. Möglicherweise ist es vielfach nicht bekannt, inwieweit die ILV die Unternehmenssteuerung unterstützen oder auch behindern kann. Das würde auch zu den Ergebnissen im ersten Teil passen. Dort hatten nur einige wenige, besonders erfahrene Controller, den Zusammenhang zwischen negativer Ergebnisbeeinflussung und steuerlichen Verrechnungspreisen angegeben.

Insgesamt lässt diese Analyse darauf schließen, dass Mitarbeiter mit weniger Erfahrung zwar größere Offenheit gegenüber Verrechnungspreis-Themen zeigen und sich auch mehr damit beschäftigen müssen, Mitarbeiter mit viel Erfahrung in diesen Gebieten aber bereits besser ausgebildet sind.

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